Giovanni Gabrieli

Giovanni Gabrieli wurde zwischen 1554 und 1557 in Venedig geboren und starb am 12. August 1612 oder 1613 daselbst. Er war die herausragendste Figur der Venezianischen Schule und brachte die Mehrchörigkeit in San Marco zur Vollendung.

Seine erste musikalische Ausbildung erhielt Giovanni von seinem Onkel, Andrea Gabrieli. Mit 20 Jahren zog Giovanni nach München, um für einige Jahre am Hof Herzog Albrechts V. von Bayern zu leben. Dort gehörte er der Hofkapelle unter Orlando di Lasso an.

Nach seiner Rückkehr nach Italien wurde er 1584 zuerst zweiter, dann 1586 erster Organist am Dom von San Marco. Sein bedeutendster Schüler war Heinrich Schütz; Hans Leo Hassler hat das bei Andrea Gabrieli begonnene Studium bei Giovanni Gabrieli fortgesetzt.

Giovanni Gabrieli ist die bedeutendste Gestalt der Musikgeschichte an der Wende vom 16. zum 17. Jahrhundert, der einflussreichste Vertreter der Venezianischen Schule, einer der Schöpfer des musikalischen Barockstils (basso continuo). Er hat auf die geistliche Musik Deutschlands im 17. Jahrhundert stärkste Wirkung ausgeübt.